Gesundheitstrend Flexitarier – was steckt dahinter

Flexitarier
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Flexitarier gibt es schon länger als den Modebegriff, der seit einigen Jahrzehnten im Umlauf ist. 2004 bezeichnete die American Dialect Society das Wort „flexitarian“ sogar als nützlichsten Begriff des Jahres. Flexitarier versuchen den Konsum von Fleisch und anderen tierischen Erzeugnissen einzuschränken, bleiben dabei aber flexibel wie der Name schon sagt.

Doch zumindest teilweise auf Fleisch zu verzichten ist nichts Neues: In der katholischen Kirche zum Beispiel wurde über viele Jahrhunderte hinweg in Gedenken an den Todestag Jesu am Freitag kein Fleisch, sondern Fisch gegessen was für viele Verzicht bedeutet. Heute verzichten Flexitarier eher der Gesundheit wegen darauf, jeden Tag Fleisch zu konsumieren.

Flexitarier – eine wachsenden Fangemeinschaft

Generell sagt der Begriff Flexitarier wenig über die Gestaltung des Speiseplans aus. Wer sich selbst als Flexitarier bezeichnet meint allerdings eine zumindest teilweise vegetarische Lebensweise. Eigentlich geht es Anhängern dieses Lebensstils darum, frei von allen Dogmen und Verboten zu essen.

Die Diätindustrie will dir jeden Tag weismachen, dass einzelne Lebensmittelgruppen komplett zu meiden sind. Doch wie schon der bekannte Arzt Paracelsus feststellte, der im 16. Jahrhundert lebte: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“ oder vereinfacht gesagt „Die Dosis macht das Gift“.

Die Statistik gibt Aufschluss darüber, wie häufig Deutsche Fleisch konsumieren und wie flexibel sie ihre Ernährung gestalten:

  • In Deutschland werden im Durchschnitt 60 Kilogramm Fleisch und Fleischwaren pro Jahr verzehrt. Im Jahr 1991 waren es noch fast 64 Kilogramm.
  • Die Amerikaner sind wahre Fleischtiger: In den USA werden pro Jahr 100 Kilogramm Fleisch verzehrt
  • Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse aus dem Jahr 2019 leben 6,1 Millionen Deutsche vegetarisch
  • In einer 2019 durchgeführten Umfrage mit mehr als 2.000 Teilnehmern bezeichneten sich 34 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer als Flexitarier

Einer der großen Vorteile dieser Lebensweise ist die flexible Gestaltung: Manche Flexitarier verzichten an fünf Tagen pro Woche bewusst auf Fleisch, andere wiederum essen es nur zu besonderen Anlässen oder bei Restaurantbesuchen. Viele Flexitarier legen bei Fleischkonsum Wert auf Qualität und kaufen bewusst Bio-Ware ein.

Die Ernährungspyramide als Orientierung für Flexitarier

Auf ganz natürliche Weise halten sich Flexitarier an die von der Ernährungspyramide vorgegebenen Richtlinien. Das Modell veranschaulicht auf verständliche Weise, wie eine gesunde und ausgewogene Ernährung zusammengesetzt ist.

Den Boden, also den breitesten Bereich der Pyramide nehmen Getränke ein. Wenn du deinem Körper etwas Gutes tun möchtest, trinkst du täglich mindestens 1,5 Liter kalorienarme Flüssigkeit wie Wasser oder ungesüßten Tee. An zweiter Stelle stehen Obst und Gemüse: Mindestens fünf Portionen pro Tag sollten es sein.

Als Portionsgröße nimmst du einfach deine Faust als Orientierung. Saisonale Sorten, die zur jeweiligen Jahreszeit auf heimischen Feldern wachsen, punkten mit einem höheren Vitamin- und Nährstoffgehalt als Obst und Gemüse, das lange Transportwege hinter sich hat.

Satt essen kannst du dich laut den Empfehlungen der Ernährungspyramide mit vier Portionen Brot, Nudeln, Reis; Kartoffeln oder anderen Kohlehydratquellen. Ebenfalls täglich sollten Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark oder Hüttenkäse auf dem Speiseplan stehen.

Fleisch und Wurst sieht die Ernährungspyramide nur maximal dreimal pro Woche vor. Als Alterativen bieten sich Fisch oder vegetarische Optionen an. Obwohl sie über viele Jahre als Dickmacher verpönt waren, solltest du auf hochwertige Öle und Fette nicht verzichten. Sie enthalten wichtige Fettsäuren und helfen außerdem dabei die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aufzunehmen.

Flexitarier profitieren von zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen

Wenn du dich überwiegend von Fast Food ernährst und dabei statt einem Hamburger einen Fischburger isst, wirst du kaum Veränderungen an deinem Gesundheitszustand bemerken. Flexitarier zu sein bedeutet nicht, ab und zu auf Fleisch zu verzichten.

Vielmehr geht es um die bewusste Lebensmittelauswahl. Wenn du gesund leben möchtest, freunde dich mit Gedanken selbst zu kochen an. Viele vegetarische Rezepte sind einfach umzusetzen und benötigen nur wenige Zutaten. Genieße zu jeder Hauptmahlzeit Obst und Gemüse, egal ob als knackigen Salat, als Gemüsebeilage oder fruchtiges Porridge zum Frühstück.

Wenn du dich an die allgemeinen Regeln einer gesunden Ernährung hältst und zumindest zeitweise auf Fleisch verzichtest wirst du bemerken wie sich überschüssige Pfunde von selbst verabschieden. Du musst keine radikale Diät durchhalten, einige wenige Umstellungen bringen überraschend schnell Resultate.

Wenn du zum Beispiel bisher beim Frühstück bei Speck, Eierspeise und gebuttertem Brötchen kräftig zugelangt hast, probiere als Alternative einmal Haferbrei aus. Ein einfaches Rezept sind Overnight Oats: Gib am Abend Haferflocken mit Milch, einem Pflanzendrink, Wasser oder Joghurt in eine Schüssel, verschließe sie mit einem passenden Deckel.

Am nächsten Morgen ist die Frühstücksmahlzeit fertig. Haferflocken halten durch ihren hohen Ballaststoffanteil lange satt. Am besten fügst du noch einige Mandeln oder andere Nüsse als gesunde Fettquelle dazu und verwendest als Dekoration frisches Obst der Saison.

Untersuchungen haben ergeben, dass ein übermäßiger Fleischkonsum nicht nur zu einer langfristigen Gewichtszunahme führt, sondern auch das Risiko für so genannte Zivilisationskrankheiten erhöht. Flexitarier leiden deutlich seltener an Herz-Kreislauferkrankungen und erleiden auch seltener Schlaganfälle.

Außerdem pendelt sich der Cholesterinspiegel auf natürliche Weise ein. Außerdem entlastest du mit vollwertiger und ballaststoffreicher Ernährung den Verdauungsapparat. Probleme wie Durchfall oder Verstopfung regeln sich nach der Ernährungsumstellung von selbst.

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