Wir alle hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck: die biologische Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um unseren Lebensstil dauerhaft zu ermöglichen. Was viele nicht wissen: Unsere Ernährung ist dafür mitverantwortlich. Den ernährungsbezogenen Teil nennt man Foodprint. Er gibt an, wie viele CO2-Emissionen durch das entstehen, was wir essen. Importierte Lebensmittel, Billigfleisch und Fertigprodukte treiben diesen Wert in die Höhe. Eine klimatarische Ernährung setzt genau da an.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Klimatarier?
Klimatarier sind Menschen, die sich bewusst klimafreundlich ernähren. Das bedeutet: frische, regionale und saisonale Produkte bevorzugen, Fleischkonsum stark reduzieren und auf Lebensmittel achten, die wenige Ressourcen verbrauchen. Viele Klimatarier produzieren einen Teil ihres Essens selbst. Klimatarisch zu leben bedeutet nicht, auf alles zu verzichten, sondern bewusster zu wählen. Wer seinen CO2-Fußabdruck durch die Ernährung kennen möchte, kann das mit einem CO2-Rechner ermitteln. Das Ergebnis wird in Kilogramm CO2, Auto-Kilometern und gefällten Bäumen ausgedrückt, was den eigenen Einfluss konkret spürbar macht.
Klimafreundliche Lebensmittel: Die Ernährungspyramide für Klimatarier
Nicht alle Lebensmittel belasten das Klima gleich stark. Eine Orientierung bietet die klimatarische Ernährungspyramide von unten nach oben.
Basis: Wasser, Gemüse und Obst
Die Grundlage bildet Wasser, davon mindestens 2,5 Liter täglich. Dazu kommen heimische Gemüsesorten wie Kürbis, Grünkohl, Pastinaken und Möhren sowie regionales Obst wie Äpfel, Birnen und Weintrauben. Wichtig: Das Obst sollte nicht importiert sein, da der Transport den CO2-Fußabdruck erhöht. Kräutertee ist ebenfalls klimafreundlich und eine gute Alternative zu importierten Getränken.
Mitte: Vollkorn, Hülsenfrüchte und Öle
In der Mitte der Pyramide stehen Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Haferflocken, die aus heimischem Getreide hergestellt werden können. Kichererbsen, Bohnen und Erbsen sind ebenfalls klimafreundliche Eiweißquellen. Hochwertige Öle wie Leinöl, Rapsöl oder Olivenöl ergänzen die Ernährung ohne großen ökologischen Schaden.
Spitze: Sparsam genießen
An der Spitze stehen Produkte, die nur in Maßen verzehrt werden sollten: Bio-Eier und Hühnchenfleisch. Auch Kaffee und Fairtrade-Schokolade sind in Maßen klimaverträglich. Rotes Fleisch, Billigprodukte aus Massentierhaltung und stark importierte Lebensmittel sollten vermieden werden.
Wie viel sollten wir überhaupt essen?
In einer Welt mit überwältigendem Lebensmittelangebot vergessen viele, auf den eigenen Körper zu hören. Der Körper signalisiert Hunger und Sättigung, wenn man ihm zuhört. Wer nur bei echtem Hunger isst und auf gedächtnismaßige Zwischenmahlzeiten verzichtet, reduziert seinen Foodprint automatisch. Fast Food und ständige Snacks sind nicht nur ungesund, sondern belasten auch das Klima. Heimische Speisen, frisch zubereitet, sind klimafreundlicher als jede Fast-Food-Kette.
Lebensmittelverschwendung reduzieren
Klimatarisch leben bedeutet auch, weniger wegzuwerfen. Lebensmittelverschwendung ist ein weltweites Problem: Zu viel kochen, zu große Portionen bestellen, Produkte vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum entsorgen. Ein einfacher Tipp: nie mit leerem Magen einkaufen oder kochen, da Hunger zu Mehrkauf und Mehrverschwendung führt. Viele Lebensmittel sind noch nach dem aufgedruckten Datum essbar. Wer seinen ökologischen Fußabdruck ernst nimmt, denkt vor dem Kochen daran, wie viel davon wirklich gegessen wird.
Lebensmittel selbst herstellen
Selbst gemachte Lebensmittel sind klimafreundlicher als Fertigprodukte, weil man Verpackung, Transportwege und Zusatzstoffe einspart. Wer mit frischen, regionalen Zutaten kocht, weiß, was drin ist, und vermeidet überflüssigen Zucker, Salz und Geschmacksverstärker. Daheim herstellbar sind zum Beispiel Aufstriche, Joghurt, Müsli, Brot, Gebäck, Pesto und viele Süßigkeiten. Das erfordert etwas mehr Zeit, lohnt sich aber für Gesundheit und Umwelt.
Klimafreundlich einkaufen
Die klimatarische Ernährung beginnt beim Einkaufen. Wer fünfmal pro Woche mit dem Auto zum Supermarkt fährt, macht klimafreundliches Essen zunichte. Besser: einen großen Wocheneinkauf planen, mit dem Fahrrad oder der Bahn fahren und nur kaufen, was wirklich gebraucht wird. Dem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht blind vertrauen, denn viele Produkte sind länger genießbar. Mit klimafreundlich eingekauften Zutaten lässt sich problemlos ein nachhaltiges Gericht kochen, ohne Reste zu verschwenden.
Klimatarier: Das Wichtigste im Überblick
| Definition | Klimatarier ernähren sich klimabewusst: regional, saisonal, wenig Fleisch |
| Foodprint | CO2-Fußabdruck der Ernährung, messbar mit CO2-Rechnern |
| Basis | Wasser, heimisches Gemüse und Obst, Kräutertee |
| Mitte | Vollkorn, Hülsenfrüchte, heimische Öle |
| Sparsam | Bio-Eier, Hühnchen, Fairtrade-Kaffee/-Schokolade |
| Vermeiden | Rotes Fleisch, Importprodukte, Fertiggerichte, Billigfleisch |
| Verschwendung | Nur kochen was gegessen wird, MHD nicht blind vertrauen |
| Selbst machen | Brot, Joghurt, Aufstriche, Müsli, Pesto spart Verpackung und Emissionen |
| Einkaufen | Wocheneinkauf planen, Fahrrad/Bahn nutzen, nicht überkaufen |
| Ziel | Foodprint senken, Gesundheit fördern, Ressourcen schonen |
Fazit
Klimatarisch leben bedeutet nicht Verzicht, sondern Bewusstsein. Wer regional, saisonal und fleischarm einkauft, selbst kocht und wenig verschwendet, senkt seinen Foodprint erheblich. Die Ernährungspyramide für Klimatarier zeigt, dass eine klimafreundliche Ernährung auch abwechslungsreich und lecker sein kann.
Häufige Fragen zum Thema Klimatarier
Was unterscheidet Klimatarier von Vegetariern?
Vegetarier verzichten auf Fleisch. Klimatarier müssen das nicht zwingend, reduzieren aber ihren Fleischkonsum stark und achten zusätzlich auf Herkunft, Transportwege und Ressourcenverbrauch der Lebensmittel. Das Ziel ist nicht der Verzicht an sich, sondern ein möglichst kleiner CO2-Fußabdruck.
Was ist ein Foodprint?
Der Foodprint ist der CO2-Fußabdruck, der durch die eigene Ernährung entsteht. Er umfasst Produktion, Transport, Verarbeitung und Entsorgung von Lebensmitteln. Online-CO2-Rechner können den persönlichen Foodprint berechnen und in anschauliche Größen wie Autokilometer umrechnen.
Muss man als Klimatarier vegetarisch oder vegan leben?
Nein. Klimatarisch bedeutet nicht zwingend kein Fleisch. Wichtig ist, dass Fleisch in Maßen und möglichst aus biologischer, regionaler Haltung konsumiert wird. Rotes Fleisch aus Massentierhaltung hat den größten CO2-Fußabdruck und sollte am stärksten reduziert werden.
Wie fange ich mit einer klimatarischen Ernährung an?
Am einfachsten starten: Fleisch auf ein- bis zweimal pro Woche reduzieren, beim Einkaufen auf regionale und saisonale Produkte achten, Fertigprodukte durch selbst Gekochtes ersetzen und den Einkauf planen, um Verschwendung zu vermeiden. Schon kleine Veränderungen senken den Foodprint deutlich.
Welche Lebensmittel haben den größten CO2-Fußabdruck?
Rinderfleisch hat mit Abstand den größten CO2-Fußabdruck, gefolgt von anderen Fleischsorten, Milchprodukten und importierten Tropenfrüchten. Gemüse, Hülsenfrüchte und heimisches Obst hingegen sind sehr klimaschonend.
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