Steinzeiternährung – Alles über die Paleo-Diät

Steinzeiternährung – Paleo-Diät
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Die Steinzeiternährung, oder die Paleo – Diät wie man sie noch nennen kann, wird in den letzten Jahren immer beliebter. Immer mehr ernährungsbewusste Menschen werden von dem Vorbild der Jäger und Sammler angesprochen, gesund leben. Das berührende hierbei ist, dass die Anhängerschaft der Steinzeiternährung von Menschen die Abnehmen wollen, über chronisch Kranke bis hin zu extremen Ausdauersportler reicht.

Nicht nur ist der Sinn der Paleo – Diät*, dass du dich selbst wohl fühlst, besser gesagt dein Wohlbefinden stärkst, sondern das du gegen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz – Kreislauf – Beschwerden oder Altersdiabetes ankämpfst. Damit du einen Vorgeschmack auf diese Ernährungsart bekommst geben wir ein Beispiel, ab jetzt heißt es für dich Gemüse und Nüsse, Kräuter und Obst statt Steaks.

Sprechen wir von der Steinzeiternährung, besser gesagt von der Paleo – Diät, so sprechen wir von einer Ernährungsweise die zu Zeiten des Paläolithikums, also der Altsteinzeit geherrscht hat. Die Altsteinzeit war die erste und längste Periode der Urgeschichte. In Europa und Asien ist sie eher unter dem Namen Steinzeit bekannt. Deshalb wird die Paleo – Diät auch als Steinzeiternährung bezeichnet.

Der Sinn hinter dieser Ernährung ist relativ simple, da die damalige Ernährung evolutionsbedingt auch heute noch sich positiv auf den Menschen ausgewirkt hat, da die Gene der Menschheit seit Jahrtausenden unverändert sind. Gegessen werden Lebensmittel, die auch in der Steinzeit verfügbar waren wie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst und Nüsse. Auf Lebensmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Zucker oder Milch, aber auch allgemein Milchprodukte wird komplett verzichtet.

Das erste Mal wurde 1952 die Steinzeitdiät zum Beispiel von Arnold DeVried in seinem Buch „Primitive Man and His Food“. Danach folgte 1975 Walter L. Voegtlin und hat sie auch beschrieben. Der Begriff trifft die Ernährungsform nur sehr ungenau, da sich im Verlauf der Jahrhunderttausend radikale Änderungen der Ernährungsform abspielten.

Machen wir einen Zeitsprung in die 1990er Jahre so wurde Loren Cordain in den USA zum bekanntesten Vertreter der Steinzeiternährung. Im Jahr 2000 veröffentlichte Nicole Worm das Buch „SYNDROM X“ oder „ein Mammut auf dem Teller – Mit Steinzeitdiät aus der Ernährungsfalle“. Worm distanzierte sich jedoch selbst und betrachtet sich selbst nicht als Vertreter der Steinzeitdiät.

Da in der Steinzeit vor allem das Jagen, das Essen auf den Tisch gebracht hat, darfst du alles was erjagt wird essen dazu zählt Fleisch, Fisch oder Wild. Auch das Sammeln von Früchten, Gemüse, Eier, Beeren oder Pilzen zählte zum Alltag der Steinzeit Menschen. Anhänger der Paleo – Ernährung betrachten so eine Ernährung als „artgerecht“ und verzichten auf „modernere“ Lebensmittel wie Brot oder auch andere Getreideprodukte.

Bye – Bye Fertigprodukte! Alle verarbeiten Lebensmittel wie Fertigprodukte, Junk Food und Zucker sind ein Tabu. Brot und Pasta sind genauso ein Tabu, denn bevor wir Menschen Bauern wurden, gab es keine Getreideverarbeitung. Alles was du selbst anbauen kannst, Lebensmittel wie Karotten, fallen auch weg. Jäger und Sammler hielt keine Nutztiere, die sie melken konnten, deshalb sind Milchprodukte auch ein tabu.

Verabschiede dich von Hülsenfrüchten also von Kichererbsen, Bohnen und Co. Warum du sie nicht essen darfst, ist recht einfach zu erklären, Hülsenfrüchte bestehen zum Großteil aus kurzgliedrigen Kohlenhydraten, die nicht jeder gut verdauen kann. Die Folgen können Verdauungsprobleme und Blähungen sein. In der Steinzeit wurden keine gepressten Öle benutzt, sondern Fette mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren, dass heißt Schmalz und Talk kannst du benutzten. Kommen wir zu den pflanzlichen Ölen, dann und Oliven – und Kokosöl erlaubt.

Unser Verdauungssystem soll nicht an die moderne westliche Kost, also industriell gefertigte Lebensmittel, die viele Kohlenhydrate und Ballaststoffe haben angepasst sein, davon gehen Anhänger von Paleo aus. Auch wird geglaubt das sie unseren Stoffwechsel stören und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck verursachen. Durch diese Perspektive auf Lebensmittel sollen sich deine Ernährungsgewohnheiten stark verändern und dir das Abnehmen leichter machen.

Wie du selbst siehst, ist die Liste der Paleo – Lebensmittel überschaubar, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Willst du mit der Paleo – Diät* anfangen so musst dennoch auf gewissen Sachen achten. Zwar sind Nüsse und Samen zum Verzehr erlaubt, jedoch ist Vorsicht geboten.

Wusstest du das die Erdnuss eigentlich gar keine richtige Nuss ist? Sie zählt zu den Schmetterlingsblüten, innerhalb der Familie der Hülsenfrüchte, deshalb ist sie auch in der Steindiät ein tabu.

Zwar gehören Quinoa, Amaranth und Co auch zu den Pseudogetreidesorten, dürfen jedoch nicht auf dem Teller landen. Quinoa ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße. In den Anden zählt die Quinoa zu den Kulturpflanzen. Amaranth ist auch eine Pflanzengattung, innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse.

Da eine Ernährung ganz ohne Brot schwierig ist, wissen sich Paleo – Fans zu helfen. Ganz leicht zum selbst machen ist Brot ohne Getreide mit Eiern, Nüssen und Samen. Auch ganz auf Milch zu verzichten kann sich als schwierig erweisen, deshalb kannst du auf selbstgemachte Nussdrinks umsteigen, diese kannst du mit Cashew – Haselnuss – oder Mandelmilch machen.

Es gibt verschiedene Studien die belegen, dass die Steinzeitdiät eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt. Gehen wir vom „Journal of Diabetes Science Technology“ aus, so werden die Blutzuckerwerte verbessert und das Risiko auf Herzkreislauferkrankungen ist niedriger. Die Steinzeitdiät soll sättigender als die Mittelmeerdiät sein und soll Übergewicht vorbeugen.

Ein weiteres Argument von Loren Cordain ist, dass es heute noch indigene Völker geben sollte, die unter ähnlichen Bedingungen wie in der Steinzeit leben und weniger von Fettleibigkeit, Bluthochdruck und hohen Cholesterinwerten betroffen sind.

Solltest du deine Ernährung nach westlichen Richtlinien umstellen, so kann sich dein Gesundheitszustand verschlechtern.

Jede Umstellung hat etwas mit der Gewöhnung zu tun, denn das Verzichten auf Getreide und Milchprodukte kann für den ein oder anderen ein extremer Eingriff in die Essgewohnheiten sein. Typische Paleo – Gerichte sind Steak mit Gemüse oder gebratener Fisch mit Salat. Die sonst üblichen Kohlenhydratquellen entfallen, dem entsprechend. Die größten Kohlenhydratquellen in der Paleo – Diät sind Obst und Fruchtzucker.

Allerdings solltest du dich beim Abnehmen nicht nur auf die richtige Ernährungsform verlassen. Willst du schnelle Erfolge mit Paleo sehen, so kommst du um ein schweißtreibendes Training leider nicht herum. Wenn du mit der Steinzeit – Diät abnehmen willst, könnte dein Menü so aussehen:

Frühstück: Raus aus dem Bett und ab an den Tisch, was essen wir nun? Wie wäre es mit einem leckeren Power – Nussmüsli, dieses kannst du mit einen Kokos – oder Nussdrink genießen. Für die Chaoten unter uns, die weniger Zeit haben, können zu einem cremigen Avocado – Smoothie greifen.

Mittagessen: Bei Mittagessen setzten wir auf etwas Leichtes, dass trotzdem sättig und dich vor Heißhungerattacken bewahrt. Wie wäre es mit einem Mango – Avocado – Salat?

Abendessen: Den Tag abschließen könntest du mit einer Lasagne mit Kokosmilch. Du verzichtest auf Nudelplatten und verwendest anstatt dem Auberginen. Klingt lecker, oder?

Sollte dein Magen zwischen den Mahlzeiten noch Hunger haben.

Haben wir die perfekten Steinzeit – Snacks:

Wie wäre es mit einer Handvoll gemischten Nüssen? Du kannst Walnüsse, Paranüsse, Mandeln, Haselnüsse oder Cashews mischen. Neben den gemischten Nüssen kannst du auch gemischte Beeren zwischendurch naschen. Da hast du die Wahl zwischen Blaubeere, Brombeeren und Himbeeren. Du kannst auch zwei bis drei getrocknete Aprikosen naschen.

Die Paleo – Ernährung ist mit gesunden Sachen und mit Sachen, die dem Körper guttun, verbunden. Man spricht von der These, dass der menschliche Organismus noch nicht auf eine Steinzeiternährung programmiert ist, dies ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt. Kritiker und Ernährungsexperten gehen davon aus, dass die Ernährung das Risiko für Gicht und Arteriosklerose erhöht.

Mit dem Verzichten auf Milch – und Vollkornprodukte können negative Folgen auftreten, da du dabei auf Kalzium, B – Vitamine und Jod verzichtest.

Paleo Power of Life*: Da Essens Umstellungen, aber auch allgemein Umstellungen nicht immer einfach sind, findest du im Buch „Paleo Power of Life“ von dem Nico Richter einen Ratgeber mit Tipps und Anregungen.

Richter zeigt dir 115 abwechslungsreiche Rezepte, die dir sicherlich Appetit auf die neue Ernährungsform geben. Da wie wir wissen, aller Anfang schwer ist, hast du eine Anleitung für die ersten 30 Tage. Richter geht davon aus, dass die Paleo – Diät  keine vorübergehende Diät ist, sondern eine neue Lebensform.

Der Paleo – Code*: Im Buch „Der Paleo Code“ wird dir nicht nur die Paleo – Diät nähergebracht, sondern auch die Bewegung und die Erholung als Säulen für ein gesundes Leben.

Hier findest du neben einem umfassenden Ernährungsratgeber, auch Rezepte zum Beispiel fürs Frühstück, für die Hauptspeise, aber auch für Snacks und das wichtigste, natürlich für Süßes. Coole Workouts sowie Entspannungsübungen, die du nachmachen kannst, findest du auch.w


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