Rohrbruch: Was es jetzt zu tun gilt

Rohrbruch
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Ein geplatztes Wasserrohr flutet das ganze Zimmer. Das Wasser steht knöchelhoch, die schönen Holzmöbel der Großmutter sind nicht mehr zu retten, große Kosten wollen gedeckt werden. So sieht die Horrorvorstellung aus, an die die meisten Menschen beim Wort „Wasserrohrbruch“ denken müssen.

In Wahrheit ist es ziemlich selten, dass die Wohnung wirklich unter Wasser steht. Stattdessen geht es eher um Pfützen, Tropfen und Schimmelpilze. Schnell handeln solltest du trotzdem. Besteht der Verdacht auf einen Wasserrohrbruch, musst du nicht nur deine Wohnung schützen, sondern auch einen Schadensservice und die Versicherung kontaktieren.

Für einen Rohrbruch gibt es bei der Versicherung eine eigene Definition. Er liegt dann vor, wenn ein Rohr Löcher oder Risse hat beziehungsweise vollständig durchbrochen ist. Eine poröse Dichtung zählt noch nicht als Wasserrohrbruch. Wenn durch sie ein Wasserschaden entsteht, kann das die Gebäudeversicherung aber trotzdem decken.

Die meisten Menschen denken bei gebrochenen Rohren an knöchelhoch unter Wasser stehende Zimmer. In Wahrheit passiert das eher selten. Stattdessen gibt es viele verschiedene Anzeichen, die nicht immer leicht zu finden sind. Wasserpfützen auf dem Boden oder eine tropfende Decke sind meistens ein sicheres Zeichen. Aber auch Schimmelpilze hinter der Fußleiste, eine schlecht funktionierende Wasseruhr oder dunkle Flecken an den Wänden können auf gebrochene Rohre hinweisen.

Für ein gebrochenes Rohr kann es verschiedene Ursachen geben. Meistens geht es um Ablagerungen in der Leitung. Zwar verlässt das Wasser die Wasserwerke in reinem Zustand, doch bis zu deinem Haus durchläuft es einen kilometerlangen Weg. Hier kann es unterschiedliche Partikel aus Rost, Sand oder Schmutz aufnehmen. In vielen Fällen stammen diese von den Innenwänden der Rohre. Sand oder Dichtungsmaterialien können jedoch auch durch Reparaturen oder einen Neuanschluss ins System gelangen.

Schließlich lassen sich die fremden Partikel am Rohr nieder. Schon nach wenigen Monaten kann eine Lochfraßkorrosion entstehen. So nennt man die Entstehung kleiner Löcher in den Wasserleitungen. Zunächst führen sie zu Undichtigkeiten in den Rohren, später können sie einen ganzen Rohrbruch auslösen.

Oft wird ein Rohrbruch durch eine Verstopfung, einen Materialfehler oder Abnutzung ausgelöst. Altbauten sind für diese Ermüdung des Rohres besonders anfällig. Dann korrodieren die Leitungen, bis sich Löcher entwickeln. In alten Häusern kann es sogar geschehen, dass ein Rohr im Winter wegen des Frostes platzt.

Aus diesem Grund solltest du dich besonders gut um die Pflege der Rohre kümmern, wenn du in einem Altbau wohnst. Leere ungenutzte Leitungen, achte auf eine ausreichende Wärmedämmung und lasse die Rohre regelmäßig von einem Experten warten.

Stelle zuallererst das Wasser ab, soweit du es selbst kannst. Wenn du in einem Mehrfamilienhaus wohnst, solltest du die Hausverwaltung kontaktieren. Ist die Hauptwasserleitung des Hauses betroffen, kann der Rohrbruch nämlich mehrere Wohnungen beschädigen.

Wasser, das bereits ausgetreten ist, kannst du mit Handtüchern aufwischen, damit es sich nicht weiter ausbreiten kann. Schalte alle elektronischen Geräte in der Wohnung aus und ziehe sie vom Strom, um den Kontakt von Wasser und Elektrik zu verhindern. Betroffene Möbel kannst du abdecken.

Nun kannst du den Schaden dokumentieren: Schreibe Notizen und mache Fotos von allem, das durch den Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen wurde. Wirf möglichst nichts weg, denn viele Dinge können der Versicherung noch nutzen.

Das Wichtigste ist, zu vermeiden, dass der Wasserschaden sich ausbreitet. Deshalb kannst du auch ohne Absprache mit der Versicherung einen Schadensservice anrufen, wenn es notwendig ist und du den Versicherer nicht erreichen kannst.

Der Notdienst hilft dir, die betroffenen Räume zu trocknen und gegebenenfalls auch zu renovieren. Das alleine zu machen, führt häufig nicht zum gewünschten Ergebnis. Schon der kleinste Rest Feuchtigkeit in der Wand kann zu Schimmel führen, der ein gesundheitliches Risiko darstellt. Für den Wasserschaden können verschiedene Versicherungen zuständig sein.

Die Entscheidung hängt davon ab, wo der Schaden liegt und ob du der Eigentümer der Immobilie bist oder bloß ein Mieter.

  • Gebäudeversicherung: Sie kommt für direkte Schäden am Gebäude auf, zum Beispiel für feuchte Wände und Schimmelpilze, die sich durch gebrochene Wasserrohre gebildet haben.
  • Hausratsversicherung: Sie deckt Schäden, die der Bruch am Hausrat hervorgerufen hat. Dazu zählen zum Beispiel deine Möbel und mitvermietete Gegenstände wie eine Einbauküche.
  • Haftpflichtversicherung: Wenn in deiner Wohnung ein Rohr bricht und die Nachbarn dadurch ebenfalls belastet werden, kannst du dich an die Haftpflichtversicherung wenden.

Die häufigsten Ursachen eines Rohrbruches sind Verstopfungen, Ablagerungen im Rohr, Materialfehler und Abnutzungen. Völlig unter Wasser stehende Zimmer und unaufhaltsame Fluten sind dabei eher unüblich. Stattdessen zeigt sich der Wasserrohrbruch durch dunkle Flecken an Wand oder Decke, Wasserpfützen, Schimmelpilz hinter der Fußleiste oder tropfende Decken.

Stelle nach einem Rohrbruch zuerst das Wasser ab und informiere in einem Mehrfamilienhaus die Hausverwaltung. Außerdem solltest du den Schaden dokumentieren und deine Versicherung kontaktieren.

Je nach Schaden kann es sich um die Gebäudeversicherung, die Hausratsversicherung oder die Haftpflichtversicherung handeln. Schließlich kann dir ein Notdienst helfen, die betroffenen Stellen professionell zu trocknen und zu renovieren. Das ist nötig, weil durch in den Wänden verbleibende Wohnung zu Schimmelbildung führen kann.

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