Traktionsalopezie durch Ziehen an den Haaren

Traktionsalopezie
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Nicht nur viele Frauen finden langes Haar attraktiv. Auch einige Männer tragen ihr Haar gern lang und binden es zu einem Pferdeschwanz oder einem Dutt zusammen. Dagegen spricht nichts, wenn das nicht zu oft erfolgt und das Haar nicht zu straff zurückgebunden wird. Langes Haar kann auch schnell verknoten.

Viele Männer machen dann den Fehler, dass sie beim Kämmen oder Bürsten zu stark an ihren Haaren ziehen. Die Haare können dabei abbrechen oder ausgerissen werden. Passiert das häufig, leiden auch die Haarwurzeln darunter. Die Folge ist eine Traktionsalopezie als eine Form des mechanischen Haarausfalls.

Nicht immer muss eine strenge Frisur die Ursache für einen solchen Haarverlust sein. Auch eine Zwangsstörung, bei der Haare durch Zwang bewusst oder unbewusst ausgerissen werden, kann dazu führen, dass irgendwann keine Haare mehr nachwachsen. Ist der Haarverlust dauerhaft oder können die Haare wieder nachwachsen? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? In diesem Beitrag erfährst Du mehr.

Eine Traktionsalopezie ist eine Form des mechanischen Haarausfalls und tritt durch Ziehen an den Haaren auf. Traktion ist der Fachbegriff für Zug oder Ziehen. Der Haarverlust ist nicht erblich bedingt und wird nicht durch eine Erkrankung der Kopfhaut, eine Infektion oder eine Autoimmunerkrankung verursacht. Er kann jedoch zusätzlich auftreten, wenn Du bereits unter einem erblich bedingten Haarverlust leidest.

Die Haare werden bei einem mechanischen Haarausfall stark mechanisch belastet. Bei einer Traktionsalopezie tritt die Belastung durch Ziehen an den Haaren auf. Das muss nicht durch zwanghaftes Ziehen verursacht werden.

Auch beim Kämmen oder Bürsten, vor allem bei langem Haar, wird mitunter stark an den Haaren gezogen. Bindest Du Dein Haar straff zurück, tritt ebenfalls ein Zug an den Haaren ein. Die Haarwurzeln können sich dabei aus ihrer Verankerung in der Kopfhaut lösen.

Die Ursache der Traktionsalopezie ist das Ziehen an den Haaren. Das kann gleich mehrere Ursachen haben:

  • zwanghaftes Ziehen und Ausreißen der Haare aufgrund einer Zwangsstörung (Trichotillomanie)
  • Ziehen an den Haaren beim Kämmen und Bürsten
  • Aufwickeln der Haare auf Lockenwickler oder Glätten mit dem Glätteisen
  • straffes Zurückbinden der Haare zu Zopf oder Dutt
  • Tragen von Haargummis
  • Tragen von Dreadlocks oder Extensions.

Eine Trichotillomanie ist eine Zwangsstörung. Durch häufiges Ziehen und Drehen an den Haaren verkrümmen sich die Haarfollikel und sterben irgendwann ab. Bindest Du Dein Haar häufig zu einem Zopf oder Dutt zurück, bemerkst Du mitunter ein Spannungsgefühl.

Dieses Spannungsgefühl kann auch nach dem Lösen des Zopfes auftreten. Strapazierst Du Dein Haare häufig durch Ziehen, brechen die Haare ab. In der Folge können sich auch die Haarfollikel verkrümmen. Sie werden immer schwächer und sterben irgendwann ab.

Das bewusste Ziehen an den Haaren oder die Traktionsalopezie durch das tägliche Tragen eines Zopfes sind zwei der Ursachen, die Dein Haar an der Wurzel schädigen können. Es gibt einen weiteren Grund, der vor allem bei stressgeplagten Menschen zu Haarbruch und letztendlich zu Haarausfall durch mechanische Einwirkung führt.

Bist Du häufig nervös oder stehst unter starkem Stress, empfindest Du eine Massage des Schläfenbereichs mit kreisrunden Bewegungen Deiner Finger angenehm. In sanfter und gelegentlicher Ausführung musst Du nicht mit Haarschäden oder Haarverlust rechnen. Doch wenn Du Deine Schläfen und Geheimratsecken mehrmals am Tag mit immer den gleichen Bewegungen traktierst, bricht Dein Haar und die Haarwurzeln können verkümmern.

Ein Großteil aller Betroffenen nehmen die Schläfenmassage unbewusst vor. In einer stressigen Situation bewegen sich die Hände automatisch in Richtung der Schläfen, wo sie wie fremdgesteuert ihre kreisenden Bewegungen ausführen. Die Methode zur Stressbewältigung wird zu einem Zwang, den Du nur abstellen kannst, wenn Du Dich der Tatsache stellst und die Ursache bekämpfst.

Finde heraus, warum Du gestresst und nervös bist. Löst Du diese Spannung auf und bist achtsam mit Dir und Deinem Körper, kannst Du den Automatismus unterbrechen und ein Voranschreiten der Traktionsalopezie vermeiden.

Bei einer Traktionsalopezie fallen die Haare noch nicht gleich aus. Reagierst Du rechtzeitig, kannst Du verhindern, dass die Haarfollikel absterben und Deine Haare unwiederbringlich verloren sind.

Im Laufe der Zeit werden die Haarfollikel immer schwächer. Die Wachstumsphasen der Haare verkürzen sich. Die Haare fallen schneller aus, als sie nachwachsen können. Sie wachsen immer feiner nach. Greifst Du jetzt nicht ein, sterben die Haarfollikel irgendwann ab.

Die Haare fallen dort aus, wo sie am stärksten beansprucht werden. Diese Stellen können der Haaransatz, die Schläfen, aber auch der Hinterkopf sein. An den Stellen, an denen die Haarfollikel stark beansprucht werden, kannst Du Juckreiz oder Brennen verspüren. Pickel oder Rötungen können auftreten.

Diese Form des Haarausfalls ist keine Krankheit. Allerdings kann die Trichotillomanie als eine Form dieses Haarausfalls durch Ziehen eine Krankheit sein. Es handelt sich um eine Zwangserkrankung, die in psychologische Behandlung gehört. Der Haarausfall durch Ziehen ist keine Krankheit. Er tritt durch die mechanische Einwirkung auf die Haare und die Haarwurzeln auf.

Der Haarverlust zeigt sich nicht mit krankhaften Begleiterscheinungen wie Hautausschlägen oder Entzündungen. Du musst auch keinen Hautarzt konsultieren, wenn Du die ersten Anzeichen bemerkst. Es reicht aus, wenn Du Deine Gewohnheiten beim Frisieren der Haare änderst. Du kannst Deine Haare retten, wenn Du rechtzeitig handelst.

Ob Dein Haarausfall traktionsbedingt auftritt oder ob eine andere Ursache zugrunde liegt, kann nur ein Dermatologe mit einer Haaranalyse herausfinden. Sollte die akribische Untersuchung der Haarwurzeln kein Ergebnis bringen, ist ein Blutbild ratsam.

Hier können mögliche Ursachen diagnostiziert oder ausgeschlossen werden, sodass der Grund für die Alopezie eindeutig abgeklärt wird. Viele Betroffene sind sich der Handlungen, die mechanischen Haarausfall nach sich ziehen, nicht bewusst. Trägst Du zum Beispiel täglich einen Zopf oder einen straffen Dutt, wirkt die – gegen die natürliche Haarwuchsrichtung gestylte – Frisur auf die Haarwurzel ein und kann zur Überreizung führen.

Bei einer Traktionsalopezie solltest Du dafür sorgen, dass Du Dein Haar nicht länger „gegen den Strich“ frisierst oder daran ziehst. Auch zwischen den Fingern gedrehte Haarsträhnen führen zu Haarausfall, der hauptsächlich an den Schläfen und an der Stirn, wo die Haarwurzeln durch Drehen und Ziehen geschädigt werden, auftritt.

Die Abstellung der Ursachen steht im Vordergrund und ist der erste Schritt, den Du gegen ein Voranschreiten des Haarverlusts unternehmen solltest. Um die gereizte Kopfhaut und die geschwächten Haarfollikel zu beruhigen und zu stärken, solltest Du fortan „Milde“ walten lassen – ganz besonders beim Kauf des Shampoos und anderer haarkosmetischer Pflegeprodukte. Kennst Du den Grund der Traktionsalopezie, ist die Vermeidung in diesem Punkt die einzig hilfreiche Behandlung.

Viele unter mechanischem Haarschwund leidende Menschen sind sich der Tatsache gar nicht bewusst, dass sie ihr Haar durch wiederkehrende Stress- und Nervositäts-Rituale oder durch eine Frisur schädigen.

Das tägliche Tragen von Schutzhelmen und Basecaps mit zu engem Verschluss kann das Haar in den Bereichen beeinträchtigen, in denen die Kopfbedeckung mehrere Stunden pro Tag reibt. Der erste Hinweis auf eine mögliche Traktionsalopezie, deren Bedeutung im Bezug auf das Risiko der Kahlköpfigkeit Du nicht unterschätzen darfst, sind spröde und abgebrochene Haare.

Ertappst Du Dich dabei, dass Du regelmäßig an Deinem Haar ziehst, Strähnen drehst oder Dir einzelne Haare herauszupfst, kann es sich bereits um eine Zwangsstörung handeln. Da der Übergang eines Rituals zur Zwangshandlung schleichend ist, gehört die Traktionsalopezie zu den oftmals unbewusst begünstigten Haarschwundursachen.

Mit verschiedenen Maßnahmen kannst Du dem Haarverlust durch Ziehen vorbeugen:

  • Haare nicht oder nur selten straff zum Pferdeschwanz oder Dutt binden
  • auf Haargummis verzichten, mit denen die Haar ausgerissen werden
  • beim Kämmen und Bürsten nicht an den Haaren ziehen
  • Haare offen tragen und auf Frisuren verzichten, die Druck auf die Haarfollikel ausüben
  • keine Extensions oder Dreadlocks tragen
  • Haare nicht mit dem Glätteisen glätten
  • Haare nicht zu heiß föhnen.

Du solltest Deine Haare nicht strapazieren. Hin und wieder kannst Du Deinen Haaren eine Kur mit Olivenöl gönnen, das Du auf die Kopfhaut aufträgst und dann mit lauwarmem Wasser ausspülst.

Beruht die Traktion Deiner Haar auf einem Zopf oder einem straffen Dutt, ist die Abstellung der Ursache einfach. Du entscheidest Dich für eine neue Frisur und Dein Haar erholt sich. Leidest Du unter einem Zwang oder einem stressbedingten Mechanismus, Dein Haar zu ziehen oder es durch permanente Reibung zu schädigen, musst Du Dich der Problematik stellen. Nur ein Durchbrechen des Kreislaufs kann den Zwang besiegen und auf diesem Weg eine Verschlimmerung der Alopezie verhindern.

Bei Zwangsstörungen kann eine psychologische Beratung und Behandlung hilfreich sein. Nicht zu verwechseln ist der Zwang mit einem vorübergehenden Tick, der meist nach wenigen Tagen oder Wochen aufhört. Haare, die bereits mit der Wurzel ausgefallen sind, kannst Du mit keiner Behandlung ersetzen. Doch bei Haarschwund, der die Follikel noch nicht betrifft, ist die Eigenbluttherapie eine hilfreiche Maßnahme.

Das Dir entnommene Blut wird in der Zentrifuge vom plättchenreichen Plasma, das in die Kopfhaut injiziert wird, getrennt. Durch die Anreicherung mit haarwuchsfördernden Vitalstoffen erzielt die Eigenbluttherapie sehr gute Ergebnisse und zeigt im Regelfall nach etwa drei Behandlungen Wirkung. Mit einer Kopfhaut- und Haaranalyse stellt der Dermatologe fest, ob eine PRP-Behandlung in Deinem Fall hilfreich ist, da die Haarwurzeln noch lebendig und nicht irreversibel geschädigt sind.

Der erste Schritt, um die Traktionsalopezie zu behandeln, ist, dass Du Deine Haare nicht mehr strapazierst. Du solltest Deine Haare abschneiden lassen, damit sich die Haarfollikel wieder erholen.

Mit einer PRP-Behandlung können die Haarfollikel wieder gekräftigt werden. Blut wird aus der Vene abgezogen und zu plättchenreichem Plasma aufbereitet. Dieses Plasma wird mit feinen Nadeln an die Haarwurzeln gespritzt.

Mit einer gesunden Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen kannst Du zu einem gesunden Haarwachstum beitragen. Wachsen die Haare nicht mehr nach, kann nur noch eine Haartransplantation helfen. Sie ist eine dauerhafte Lösung und wird heute mit modernen, gut verträglichen Methoden ausgeführt.

Eine Traktionsalopezie ist eine Form von mechanischem Haarausfall. Sie kann als krankhafte Zwangsstörung (Trichotillomanie) auftreten, wenn die Haare zwanghaft ausgerissen werden. Zumeist handelt es sich jedoch nicht um eine Erkrankung, sondern nur um eine starke mechanische Beanspruchung der Haarfollikel. Das kann durch straffes Zurückbinden der Haare, aber auch durch starkes Ziehen beim Kämmen oder Bürsten auftreten.

Du kannst diesem Haarverlust vorbeugen, indem Du die Haare nur hin und wieder zurückbindest und beim Kämmen oder Bürsten vorsichtig bist. Zuerst brechen die Haare ab. Später verkrümmen sich die Haarfollikel und bringen immer dünnere Haare hervor. Wenn Du jetzt nicht eingreifst, können die Haarfollikel absterben.

Die Haare fallen dann endgültig aus. Sind die Haarfollikel noch intakt, kannst Du dieses Problem mit der PRP-Behandlung mit Eigenblut behandeln. Wachsen die Haare nicht mehr nach, ist die Haarverpflanzung eine dauerhafte Lösung, um wieder zu vollem Haar zu gelangen.

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