Mit der Zungenreinigung Krankheiten vorbeugen

Zungenreinigung
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Dass man sich zumindest zweimal pro Tag die Zähne putzen sollte, ist weithin bekannt, doch ist auch eine Zungenreinigung erforderlich? Befürworter sprechen sich für eine regelmäßige Zungenreinigung aus. Denn immerhin sammeln sich im Mundraum verschiedene Bakterien, die Krankheiten auslösen können. Mikroorganismen siedeln sich zu einem Großteil an der Zunge ab. Ob eine Zungenreinigung etwas zur Verbesserung der Gesundheit beiträgt, darüber scheiden sich die Geister. Eines ist jedenfalls fix: Schaden kann sie nicht.

Warum eine Zungenreinigung vornehmen?

Für manche Menschen gehört zur täglichen Hygiene die Zungenreinigung einfach dazu. Automatisch putzen sie mit den Zähnen auch gleich die Zunge dazu. Das macht durchaus Sinn, denn die Zunge weist eine raue Oberfläche auf. Darauf sammeln sich kleine Nahrungsreste und auch abgestorbene Zellen. Erkennbar ist eine Veränderung durch einen weißen Belag. Hier einige Fakten, die belegen warum es durchaus Sinn macht die Zunge regelmäßig zu reinigen:

  • Ungefähr 60 bis 80 Prozent der Mikroorganismen, die sich im Mundraum befinden, halten sich auf der Zunge auf
  • Was viele nicht wissen, ist das in 85 Prozent der Fälle Mundgeruch nicht auf den Magen, sondern auch ein unausgewogenes Milieu im Mundraum zurückzuführen ist.
  • In der Hälfte der Fälle sind Ablagerungen an der Zunge für Mundgeruch verantwortlich

Diverse Studien haben sich mit dem Thema Zungenreinigung befasst. Im Jahr 2010 fanden Forscher heraus, dass eine Zungenreinigung Mundgeruch tatsächlich vorbeugen kann. Obwohl auf den ersten Blick kaum ein Zusammenhang zu bestehen scheint, wurde in einer weiteren Studie im Jahr 2013 nach der Auswirkung einer Zungenreinigung auf bereits bestehenden Zahnbelag geforscht.

Die Ergebnisse waren verblüffend: Wer zusätzlich zum Zähneputzen auch eine Zungenreinigung vornahm, reduzierte Plaque signifikant. Im Jahre darauf kam bei einer weiteren Untersuchung heraus, dass sich die Bakterienanzahl in der Mundhöhle durch tägliches Zähneputzen und eine Zungenreinigung entscheidend verringert.

Zungenreinigung hat in der Ayurveda schon lange Tradition

Ayurveda heißt zu Deutsch so viel wie „Das Wissen des Lebens“ und geht auf eine Hochkultur im alten Indien zurück. Die ältesten Aufzeichnungen über diese Heilkunst sind rund 3.000 Jahre alt. Doch es wird vermutet, dass es Ayurveda bereits länger existiert.

Der bekannte Professor der Archäologie Andrea Cucina von der Universität in Missouri-Columbia entdeckte, dass bereits um 6.500 v. Chr. die Einwohner von Mehrgarh im heutigen Pakistan sich zahnmedizinische Kenntnisse angeeignet hatten.

Bis heute hat die ganzheitliche Heilmethode Ayurveda nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Sie wurde erst vor rund 15 Jahren in Deutschland richtig bekannt. In der Ayurveda teilt man jeden Menschen in drei Konstitutionstypen ein: Vata, Pitta und Kapha. Jedem Typen sind bestimmte Charakterzüge und die Neigung zu gewissen Charakterzügen gemeinsam.

Die Therapieformen in der Ayurveda sind in der Regel konkret auf den jeweiligen Typen abgestimmt. Für alle werden jedoch bestimmte Rituale empfohlen. Dazu zählt eine morgendliche Zungenreinigung.

In der Ayurveda wird dem Belag auf der Zunge besonderes Gewicht beigemessen. In der Fachsprache heißt dieser Belag Mala und gilt als Abfallprodukt. Laut den traditionellen Richtlinien ist der Belag jeden Morgen mit einem Zungenschaber aus Metall zu entfernen.

Wer es ganz streng nimmt, richtet sich nach den Vorschriften des Ayurveda, die bestimmte Metalle für die einzelnen Typen vorsehen. Kupfer hat sich beim Kapha-, Silber beim Pitta- und Gold beim Vata-Typen bewährt.

Laut Ayurveda sagt die Beschaffenheit der Zunge einiges über den Gesundheitszustand aus: Ein besonders dicker Belag weist darauf hin, dass das Verdauungssystem überlastet ist. Zeigen sich Risse oder ist die Zunge trocken, besteht eine Vata-Überschuss, Schwellungen hingegen werden einem vermehrten Kapha-Einfluss zugeordnet.

Zum Morgenritual nach Ayurveda gehört übrigens nicht nur eine Zungenreinigung dazu: Darauf folgt das Ölziehen: Dabei nimmst du einen Esslöffel Öl, bevorzugt Sesam- oder Olivenöl) in den Mund und spülst damit für zwei bis drei Minuten den Mundraum aus.

Danach spuckst du es aus und spülst mit warmem Wasser nach. Anschließend putzt du wie gewohnt die Zähne. Regelmäßig angewendet kann Ölziehen das Immunsystem verbessern und Zahnfleischentzündungen lindern.

Wie die Zungenreinigung funktioniert

Am besten reinigst du deine Zunge direkt nach dem Aufstehen. Spüle zunächst den Mundraum mi warmem Wasser aus. Damit befeuchtest du die Mundhöhle. Dann nimmst du den Zungenschaber am offenen Ende und ziehst die Zunge mit leichtem Druck von hinten nach vorne drei bis viermal ab. Nach jedem Durchgang spülst du den Zungenschaber mit heißem Wasser ab.

Als Alternative zum Zungenschaber bieten sich diverse Hausmittel an. Bewährt haben sich Tinkturen mit Salbei und Thymian. Die Kräuter sind für ihre antibakterielle Wirkung bekannt. Du kannst sie ganz einfach selbst herstellen indem du ein bis zwei Tropfen des ätherischen Öls in ein Glas Wasser träufelst.

Auch abgekühlter Tee eignet sich zur Zungenreinigung. Ebenfalls neutralisierend wirken Natron und Backpulver: Gib jeweils einen halben Teelöffel in ein Glas Wasser und verwende die Mischung als Mundspülung. Ebenfalls bewährt für die Zungenreinigung hat sich Salzwasser: Es tötet Bakterien ab und hält so Krankheitserreger in Schach.

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