Faszination italienische Weine: Die wichtigen Weinregionen der Stiefelnation

Italienische Weine
Bigstock I italienische Weine

Italien ist bekannt als kulinarisches Epizentrum Europas und traumhafte Urlaubsregion. Einer ebenso großen Berühmtheit erfreuen sich dabei italienische Weine. Mit unvorstellbaren 49,8 Millionen Hektoliter Wein, die allein 2022 gekeltert wurden, gilt das Land außerdem als weltweit führender Weinproduzent. Die Weine der Stiefelnation stammen dabei aus den unterschiedlichsten Teilen des Landes, die Du wahrscheinlich eher als Reiseziele kennst. Jede Region kommt mit ihren Besonderheiten und bringt ganz eigentümliche Weine hervor. Wer sein Wissen über italienische Weine aufbessern möchte, kommt daher nicht daran vorbei, einen Blick auf die wichtigsten Weinregionen Italiens zu werfen.

Italienische Weine aus der Toskana

Die Toskana ist wahrscheinlich die berühmteste Weinregion Italiens. Grund hierfür sind ausgezeichnete italienische Weine, die in ihrer Qualität besonders hervorstechen. Geographisch befindet sich die Toskana mit ihrer Hauptstadt Florenz im Nordwesten des Landes, wobei sie westlich an das Mittelmeer grenzt. Insgesamt beheimatet die Region eine Weinanbaufläche von etwa 63.000 Hektar mit einem jährlichen Erzeugnis von 2,5 bis 3 Millionen Hektoliter Wein.

Die häufigste Rebsorte, die in der Toskana gefunden werden kann, ist die Sangiovese. Diese wird für die berühmtesten Weine der Region verwendet. Hierzu zählt beispielsweise der Chianti, ein Rotwein, der vermutlich zu den bekanntesten Weinen der Welt gehört. Dieser besteht zu einem Großteil aus der Sangiovese, zu der andere Rebsorten hinzugemischt werden.

Masse und Klasse aus Apulien

Apulien ist die Region Italiens, die die größte Menge an Weinen produziert und vornehmlich für Quantität statt Qualität bekannt ist. Von hier stammen vermutlich auch viele Weine, die es in deutsche Weinregale schaffen, immerhin ist Italien das wichtigste Herkunftsland für Weinimporte nach Deutschland. Apulien umfasst das Gebiet um den Absatz des italienischen Stiefels. Mit über 100.000 Hektar Anbaufläche beläuft sich der jährliche Weinertrag auf 8 bis 10 Millionen Hektoliter Wein.

Allmählich findet unter den Winzern in Apulien ein Umdenken statt. Die Massenproduktion an Wein verwandelt sich zunehmend zu einem Qualitätsanbau. Besonders bemerkenswert sind dabei Erzeugnisse aus Negroamaro, die etwa vom Weingut L’Antesi verwendet werden. Die rote Rebsorte ist heimisch in Apulien und gedeiht dort deswegen besonders gut. Weiße italienische Weine aus Apulien sind dagegen weniger berühmt. Nur Chardonnay und Sauvignon Blanc können in einigen Fällen überzeugen.

Wein- und Urlaubsregion Sizilien

Die im Süden gelegene Insel Sizilien ist nicht nur beliebtes Reiseziel, sondern auch eine der bedeutendsten historischen Weinbauregionen Italiens. Es waren die antiken Griechen, die bereits 700 vor Christus die Weinrebe auf die Insel brachten und dort ihre Kultivierung starteten. Heute umfasst das Weinbaugebiet Siziliens etwa 100.000 Hektar Fläche mit einer jährlichen Produktion von 6 bis 8 Millionen Hektoliter Wein.

In Sizilien dominieren weiße Rebsorten wie die heimische Cattaratto oder Chardonnay. Der Anteil roter Rebsorten nimmt über die Jahre allerdings allmählich zu, weswegen sich vermutlich in den nächsten Jahren ein Gleichgewicht einstellen wird. Die Rotweine der Insel gelten als fruchtig mit marmeladigen Noten, während die Weißweine als aromatisch und kräftig bezeichnet werden. Zu einer der bekanntesten Spezialitäten der Insel gehört außerdem der Desserwertwein Marsala.

Hochwertige Weine aus dem nördlichen Piemont

Im Falle der nordwestlichen Region Piemont verhält es sich ähnlich wie mit der Toskana. Internationale Berühmtheit erlangen die hiesigen Weine vor allem durch ihre hohe Qualität. Auf etwa 47.000 Hektar Anbaufläche gedeihen jährlich Trauben, die 2,5 bis 3 Millionen Hektoliter Wein ermöglichen.

Die angebauten Rebsorten aus Piemont erzeugen eigentümliche Weine, so sind viele der Trauben nur dort in der vorherrschenden Qualität zu finden. Von hier kommt eine Auswahl der teuersten Weine, die Italien zu bieten hat. Zu den besten Rotweinen der Region zählen die Barolo- und Barbaresco-Weine. Weiße Reben machen hingegen nur einen geringen Teil der Anbaufläche aus.

Weinbau in Venetien

Venetien ist ein wahrer Touristenmagnet. Mit Verona, Venedig und dem Gardasee locken zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen Menschen in die Region. Doch auch der Weinbau lässt sich sehen. Italienische Weine aus Venetien gedeihen auf etwa 80.000 Hektar Fläche und produzieren jährlich 8,2 Hektoliter Wein. Die edlen Tropfen der Region waren bereits im Mittelalter beliebt und erfreuen sich mittlerweile internationaler Bekanntheit.

Manch ein venezianischer Tropfen mag eher das Image billigen Fusels vertreten. Doch gibt es auch hier durchaus Weine, die sich sehen und schmecken lassen. Besonders berühmt ist dabei der Prosecco. Nach deutlichen Qualitätsmängeln erfuhr der Anbau in Venetien zuletzt eine Umgestaltung, um die schadvolle Reputation zu retten. Deswegen darf Prosecco nur noch in ausgewählten Regionen des Gebietes abgefüllt werden. Auch der Rotwein in Venetien kann sich unter Umständen sehen lassen. Erwähnenswert sind insbesondere die Amarone-Weine. Diese sind äußerst kraftvoll und intensiv fruchtig im Geschmack. Zu verdanken ist dies den getrockneten Trauben, aus denen der oft sehr alkoholreiche Wein gewonnen wird.


Wichtiger Hinweis: Sämtliche Beiträge und Inhalte dienen rein zu Unterhaltungs- und Informationszwecken. Die Redaktion übernimmt keine Haftung und Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Inhalte. Unsere Inhalte haben keine Beratungsfunktion, sämtliche angewandten Empfehlungen sind eigenverantwortlich zu nutzen. Wir ersetzen weder eine Rechtsberatung, noch eine ärztliche Behandlung. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, sich bei individuellen Bedarf oder Zustand an fachspezifische Experten zu wenden.